Warum ich immer nur Amazon Verkaufszahlen nenne 2


GedankenIch denke, das ist etwas, was ich näher erklären sollte. (Auf Facebook hatte ich das gestern schon als kurzen Abriss getan.)

Die Simple Erklärung ist: Die meisten anderen Buchhändler führen keine derart schönen Listen (was ich gerade bei Beam E-Books sehr schade finde, weil ich, aufgrund von ihrer DRM-/Kopierschutzpolitik viel von ihnen halte).
Hinzu kommt noch, dass Thalia sich, beispielsweise, seit Wochen zu weigern scheint Die letzten Tage in ihr Sortiment aufzunehmen. Libri listet noch nicht mal Feuertod (vom ersten Band ganz zu schweigen)…

Eine längere Erklärung schließt das mit ein, ist aber etwas detaillierter – und genau das will ich euch hier im Blog ja bieten: Detailliertere Erklärungen als ich es bei Facebook oder Twitter möglich ist.

Amazon aktualisiert seine Verkaufsstatistiken mehrmals täglich, was bedeutet, dass kleinere Schübe in den Verkäufen sich stark auswirken können. Das mag nicht unbedingt immer die Gesamtzahlen aufzeigen, es bietet Lesern (und auch Autoren), aber die Chance auch mal andere Bücher als immer nur die Mainstream-Werke zu sehen. Natürlich verkaufen sich mehr Star Wars als Schattengalaxis Romane. Aber das heißt ja nicht, dass ich an einem Nachmittag nicht vielleicht doch mal mehr verkauft habe als die Konkurrenz – warum sollte man das den Fans verschweigen, wie es der Rest des Einzelhandels tut?

Auch weiß ich bei den anderen Händlern oft nicht, wie ich überhaupt auf die Listen komme. Ich kann nicht mal eben eines meiner Bücher aufrufen und dann auf den Verkaufsrang klicken, um einen Überblick zu bekommen.

Dann kommt noch erschwerend hinzu, dass der restliche Handel sich derzeit nicht gerade damit auszeichnet, die Bücher zu listen. Ja, bei Beam E-Books finde ich beide meiner Bücher.

Aber Thalia? Da listet man zwar Feuertod, aber von Die letzten Tage immer noch nur die kostenlose Sonderausgabe, obwohl die zweite Auflage am selben Tag raus ist, wie der zweite Band – sogar ein oder zwei Stunden früher. Dass das nicht zu sonderlichen Verkaufszahlen führen kann, sollte wohl klar sein. Wer will schließlich nur den zweiten Band einer Reihe lesen können?

Dann gibt es noch Libri: Hier listet man wieder Feuertod noch Die letzten Tage. Lediglich die kostenlose Sonderausgabe taucht auf. Hier könnte ich also beim besten Willen nicht über Zahlen berichten – es gibt schließlich keine. Da Libri zusätzlich auch noch Zwischenhändler für den größten Teil des deutschen Einzelhandels ist, liegen meine Bücher also bei so gut wie keinem „normalen“ Buchladen vor.

Hugendubel listet zwar beide Romane, aber gibt mir keine Platzierungen, die ich weitergeben könnte, so gerne ich auch wollte.

Zu guter Letzt wäre da noch Beam E-Books. Ich mag den Laden wirklich, weil es meine Bücher da ohne elendiges DRM gibt. Der Kunde wird also nicht wie ein Verbrecher behandelt. Das freut mich. Leider habe ich dort aber auch noch keine Ranglisten entdeckt.

Alles in allem bietet also kein anderer Händler derart gute Möglichkeiten, wie es Amazon tut (von Dingen wie Author Central als Autorenangebot ganz zu schweigen, aber dazu werde ich wann anders mal mehr erzählen). Stattdessen wird sich immer wieder gerne aufgeregt, dass Amazon ihnen das Leben schwer mache. Wie wäre es, wenn man sich nicht nur aufregt, sondern einfach mal schaut, warum Amazon so viel besser ist? Das würde helfen, dass auch der restliche Einzelhandel wieder attraktiver wird.


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2 Gedanken zu “Warum ich immer nur Amazon Verkaufszahlen nenne

  • Lea von Lindenau

    Hi Daniel,

    ich stöbere jetzt schon eine ganze Weile auf deiner Seite herum und finde es gut, dass du kritisch berichtest. Zum Beispiel hatte ich von der Episode mit der „Thaliaisierung“ noch gar nichts mitbekommen. Und was Amazon angeht, fühle ich mich absolut gespalten… wie du z.B. hier im Artikel darlegst, sind die Angebote für Autoren (Beteiligung, Daten zum Verkaufsrang, Profil) ziemlich gut und ich darf gar nichts Böses über Amazon sagen(?), da ich eine Webseite betreibe, die Einnahmen über das Partnerprogramm erzielt (zwar geringe, aber trotzdem). Andererseits schaut man natürlich mit Schrecken auf die juristischen Prozesse und die sonstigen Veränderungen auf dem Buchmarkt. Wie soll man das jetzt betrachten – als zweischneidiges Schwert? Als eine unabwendbare Entwicklung? Denn der Weg zurück geht eigentlich nicht mehr: in näherer Umgebung gibt es bei mir keine unabhängigen Buchläden mehr, alles „thaliaisiert“ oder ganz zugemacht. Zudem hat mich der Artikel aufgeschreckt, in dem beschrieben wird, dass Amazon (zumindest in den USA) teils die einzelnen Preise nach Belieben hoch und runter setzt. Aber darf ich Amazon überhaupt kritisieren, wenn ich gleichzeitig von denen profitiere (als Kunde, als Autor)? Bekommt der Kunde/Autor die Macht von Amazon erst zu spüren, wenn der Buchmarkt in Europa nach deren Wünschen umgestaltet wurde? Klar lästern die Selfpublisher über die vermeintlich ‚altmodischen‘ Verlage mit ihren verstaubten Geschäftspraktiken… Aber ist das vielleicht für Autoren „zu früh gefreut“? Was könnte Amazon mit Autoren anstellen, sobald es eine unverrückbare Machtposition erreicht hätte? O.O

    Liebe Grüße,
    Lea

    • Daniel Autor des Beitrags

      Ja, Amazon ist da auf lange Sicht womöglich wirklich ein Problem für die Kreativen, da niemand absehen kann was passiert, sollten sie den Markt wirklich irgendwann zerschlagen.
      Leider tut der Buchhandel ja auch nichts dagegen, außer sich wie ein bockiges kleines Kind zu benehmen.
      http://www.danielisberner.de/2013/08/der-deutsche-buchmarkt-und-das-21-jahrhundert-todfeinde/
      Alles was man als Autor tun kann ist also wohl zuschauen und warten, bis die Sache implodiert. Es ist ja nicht so, als wenn es nicht absehen könnte. Verlage und Buchhandel tun alles, um im 18. Jahrhundert stecken zu bleiben.