Bücher zu verschenken


GedankenAm Samstag wurden in der Würzburger Innenstadt reihenweise Bücher verschenkt. Von 10 – 18 Uhr haben die Würzburger Piraten (zu denen ich auch zähle – und nein, keine Sorge, dieses Blog bleibt politikfrei) allerlei Bücher, die andernfalls weggeschmissen worden wären, an interessierte Passanten verschenkt.

Normalerweise findet diese Aktion immer um die Weihnachtszeit herum statt, aber zuletzt haben sich die Bücherspenden gehäuft und das Lager war förmlich übergequollen. Da niemand von uns einsieht, die Bücher in den Müll zu schmeißen, mussten sie also raus.

Gesagt, getan. Unter praller Sommersonne wurden alle möglichen Bücher verschenkt. Das ging von politischen Essays (sogar Kohls Biographie war dabei) über Kinderbücher (zum Beispiel Die Schatzinsel) und Schnulzenromane (merkt man, dass ich das Genre nicht mag?) zu Science Fiction und Fantasy. Sogar einen Western habe ich in den Kisten entdeckt. Es war also für jeden etwas dabei.

Besonders schön waren dabei die Bücher für die Kleinen. Strahlende Kinderaugen, wenn sie ein paar Lustige Taschenbücher oder Gruselbücher mitnehmen. Persönlich blieb mir vor allem eine Mutter und ihre kleine Tochter im Gedächtnis. Die Mutter sprach nur sehr gebrochenes Deutsch, aber sie wollte unbedingt ein Buch für ihre dreijährige Tochter haben. Also habe ich mit ihr geschaut, was wir denn noch für diese Altersklasse hätten. Am Ende einigten wir uns auf ein kleines Buch mit einer Geschichte über den Osterhasen, das zwar auch Text enthielt, aber vor allem von den wunderschönen Bildern lebte. Und die Tochter strahlte mich richtig glücklich und stolz an. Ihre Errungenschaft fest umklammert schien sogar der Luftballon vergessen, der um ihr Handgelenk gewickelt war.

Als besondere Entdeckung in den Kinderbüchern fand ich auch noch ein Kinderbuch von Wolfgang Hohlbein Pizza-Bande: Die Hehlerbande. Bis gestern habe ich nicht gewusst, dass Hohlbein auch mal Kinderbücher geschrieben hat. Das finde ich ausgesprochen interessant, weil ich mir das bei ihm bisher wirklich nicht vorstellen konnte. Und auch jetzt fällt es mir noch schwer, es zu glauben. Aber es lag direkt vor mir.

Einige Leute fanden die Idee sogar so gut, dass sie gefragt haben, ob wir denn auch Bücher nehmen würden, die sie noch im Keller haben und andernfalls wegschmeißen würden. Da haben wir natürlich nicht nein gesagt.

Nächste Woche wollen wir die Aktion wiederholen, denn unser Lager ist noch immer gut gefüllt mit allerlei Büchern von A – Z. Wer sich am Wochenende also in der Würzburger Innenstadt aufhält, sollte uns suchen – wir werden auch ein paar andere Bücher zur Auswahl haben als diese Woche auslagen (das ganze Lager auf einmal in die Stadt zu bringen ist nämlich faktisch unmöglich).

Wenn ihr ein Buch von mir mitbringt, signiere ich es euch auch gerne. Verschenken tun wir davon aber leider keine.

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