Mein Wochenrückblick – Viel zu spät 2


WochenrückblickJaja, ich weiß … ich bin viel zu spät dran. Letzte Woche ausgefallen, diese Woche wollte ich ihn dann dauerhaft auf Donnerstag verschieben … und dann habe ich bislang heute keine Zeit gehabt, irgendetwas erledigt zu bekommen.

Daher fällt das heute nur sehr kurz aus und kommt knapp vier Stunden zu spät. Sorry dafür.

Die Medien kotzen mich an

Das wird heute wohl mein einziges Thema: Ich kotze mich derzeit gerne und viel über die Medien aus. Die moderne Pressemaschinerie, die nicht mehr informiert, sondern Menschen drangsaliert, bedroht und einschüchtert – weil sie in irgendeiner Form etwas mit einem besonderen Ereignis zu tun haben oder sich gegen diese moderne Form der Medien wehren.

Haltern ist dafür derzeit ein Paradebeispiel. Eine ganze Stadt wird von der Presse terrorisiert. Haben die Menschen dort nicht bereits genug Sorgen?

Mika Baumeister, ein 18 Jähriger Schüler aus Haltern, fasst die Situation in seinem Blog sehr gut zusammen.

Liebe Sensations-Journalisten,

haben sie schon einmal auf einen Schlag viele ihrer Freunde, Bekannte oder sogar Verwandte verloren? Nein? Bei der Berichterstattung einiger Medien merkt man das. Und gerade jenen Pressevertretern möchte ich raten, sich einmal zu überlegen, wie sie sich bei dem letzten Todesfall in der Familie gefühlt haben. Was würden sie wohl machen, wenn ihre große Trauer von einem noch größeren Aufgebot von Kameras gefilmt wird?

In den letzten Tagen ist so viel passiert, wurde so viel geredet, gab es so viele Gerüchte. Das alles fügt sich zu einem großen Ganzen zusammen. Und dieses ist aus Sicht vieler vollkommen widerlich. Ganz abgesehen von der Tat des Co-Piloten, die ich hier vollkommen außen vor lassen möchte (ich war nicht in der Lage, mich ausreichend über neue Untersuchungsergebnisse zu informieren), sowie dem Tod der anderen Passagiere, gibt es hier großen Aufklärungsbedarf für die konsumierende Menge. Denn, in einem Satz zusammengefasst: Die Berichterstattung in Haltern war nicht in Ordnung.

Danach geht es natürlich noch weiter. Der Beitrag ist extrem lesenswert.

Wie reagieren Pressevertreter nun also auf diesen Blogbeitrag? Statt ihr verhalten mal zu reflektieren, droht der Vize-Chef von Spiegel TV dann lieber gleich mal mit dem Gericht. (Von Quellenschutz hat Herr Heise offenbar noch nie etwas gehört, aber dass ihm solch elementare Dinge der Pressewelt bekannt sind erwartet ja eigentlich auch niemand – zumindest nicht mehr, nachdem man sich mal mehr als fünf Minuten hingesetzt und seinen Twitteraccount gelesen hat. Gruselig … und sowas ist Vizechef beim Spiegel? Kein Wunder, dass das Blatt derart heruntergekommen ist.)

Ja, so bauen die Medien das (völlig zu Recht) verlorene Vertrauen der Bevölkerung in sie wieder auf: Indem sie Leute bedrohen, die ihr Verhalten kritisieren.

So geht man mit den Menschen in Haltern um, wenn sie nicht gewillt sind, pausenlos vor Kameras gefilmt zu werden und nicht in der Lage sind mal in Ruhe zu trauern: Man droht ihnen damit, sie vor Gericht zu zerren, damit der Rest gefälligst wieder das billige Spiel der Medien mitspielt.

Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.


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2 Gedanken zu “Mein Wochenrückblick – Viel zu spät

    • Daniel Autor des Beitrags

      Ich habe schon lange keinen Fernseher mehr. Mir geht das Programm viel zu sehr auf den Keks – und wenn ich DVDs gucken will, dann habe ich einen Computer. Da kann ich die nervigen „Du hast diese DVD gekauft, aber wir halten dich für einen raubmordkopierenden Kinderschänder“-Meldungen am Anfang auch überspringen.