Mal wieder was zum Kopierschutz


Ich rede ja öfter mal über Kopierschutzmechanismen und warum sie nichts weiter sind, als Betrug am Kunden. Heute greife ich das Thema aber trotzdem mal wieder auf.

Sagt irgendjemandem hier das Action-RPG Darkspore etwas? Nein? Dann ist euch aber wohl auch nichts entgangen, denn die Fachpresse hat das Spiel verrissen. Warum mir ein schlechtes Computerspiel eine Meldung wert ist?

Darum:

Das Spiel verfügt über einen sogenannten „Always-On“ Kopierschutz. Das heißt, dass das Spiel pausenlos mit dem Internet verbunden sein muss, um gespielt werden zu können. Wer das Ding also gekauft hat und im Zug war oder einen Internetausfall hatte, konnte nicht spielen. Obwohl er das Spiel legal gekauft hatte!

Das ist an sich bereits eine absolute Frechheit (wer das Spiel illegal heruntergeladen hatte und/oder einen Crack nutzt, hat das Problem nie gehabt), aber jetzt schaltet Electronic Arts am 1.3. (also in weniger als einer Woche) die Server ab. Damit sind dann nicht mehr nur keine Onlinespiele mehr möglich, sondern auch die Leute, die das Spiel für sich zu Hause alleine spielen, sind nicht mehr in der Lage, ihre legal gekaufte Software zu nutzen.

Nirgendwo anders wäre das akzeptabel, aber bei digitaler Ware wird das irgendwie hingenommen. Man stelle sich das mal auf dem „normalen“ Markt vor: Man kauft ein Auto und nach zwei Jahren kommt der Hersteller, nimmt deinen Schlüssel an sich und erklärt dir: „Wir haben beschlossen, dass von heute an niemand mehr dieses Auto fahren darf.“ Jeder normale Mensch würde dem seinen Schlüssel wegnehmen und die Polizei rufen, damit sie den Dieb abholt.

Oder, um mal bei Spielen zu bleiben: Ich kaufe ein Brettspiel und nach zwanzig Partien kommt der Hersteller und nimmt mir die Figuren weg, weil er sie mir nur für zwanzig Spiele überlassen hat. Ich kriege sie auch nicht wieder, aber wenn ich will, dann kann ich ja ein anderes Spiel von ihm kaufen. Die Figuren darf ich dann sogar für 21 Spiele behalten. Das verspricht er mir ganz hoch und heilig. Auch hier wäre die einzige richtige Reaktion, die Polizei zu rufen und Anzeige wegen Diebstahls zu erstatten.

Bei Computerspielen passiert aber all das nicht. Und wer sagt uns denn, dass Kopierschutzhersteller einen ähnlichen Kopierschutz nicht auch in E-Books einbauen? Drei mal durchgelesen, dann darfst du nicht mehr. Oder nach einem Jahr wird es gesperrt, ob du das Buch nun durchgelesen hast oder nicht.

Und darum, liebe Leser, ist es mir so wichtig, dass meine E-Books keinen Kopierschutz haben. Ich will meinen Lesern nicht schaden, sondern ihnen Freude bringen. Wenn ich einen Kopierschutz verwenden würde, dann ginge das nicht.

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