Spiele: Firenze


Ich hatte es ja bereits angekündigt und nun ist es soweit: Ich baue Türmchen.

Firenze ist der italienische Name von Florenz. (Ich hoffe, niemand rennt jetzt davon, weil er denkt, dass das hier zu einer Lehrstunde über die italienische Sprache, Geschichte und Florenz verkommt. ;)) Damit ist eigentlich auch schon alles gesagt und wir können anfangen.

Diese Woche spielen wir: Firenze.

Zur Story:

Der Verpackungsinhalt, bevor wir ihn ausgestanzt haben.

Der Verpackungsinhalt, bevor wir ihn ausgestanzt haben.

In Firenze spielen wir Architekten zu Beginn der Neuzeit. In Florenz zeichneten sich einflussreiche Familien dadurch aus, dass die Männer in ihnen kleine Penisse hatten und dies durch überdimensionierte Steintürme ausgleichen wollten, was für uns besonders viel Arbeit bedeutet. Wir sollen sie nämlich für sie erreichten.

Glücklicherweise müssen wir nie die kleinen Auslöser der Wettläufe begutachten.

Ziel des Spiels:

Desto mehr Türme wir bauen, desto mehr Punkte bekommen wir. Und da größere Türme mehr Punkte bringen, ist es unser erklärtes Ziel so viele Türme zu bauen, wie nur möglich. So groß, wie nur möglich.

Spielaufbau:

Balkone und neutrale Aufträge sind verteilt.

Balkone und neutrale Aufträge sind verteilt.

Nachdem wir das Spielfeld ausgelegt haben ziehen wir zufällig vier Balkone, deren Rückseiten mit 1 – 4 durchnummeriert sind – wir nehmen von jeder Zahl einen. Diese legen wir dann auf der Karte aus, um auf diesen Höhenstufen besonders viele Punkte zu bekommen. Wenn das geschehen ist kommen noch die neutralen Bauaufträge dazu, die wir ebenfalls auf das Spielfeld legen – an diesen Stellen können wir später im Spiel keine Punkte für unsere Türme mehr bekommen, hier kann also der Schwierigkeitsgrad gesteuert werden.

Auf unserer Pappkarte errichten wir Türme. Der Bereich darunter ist unser Lager.

Auf unserer Pappkarte errichten wir Türme. Der Bereich darunter ist unser Lager.

Nun kommen noch die Karten dazu. Wir sortieren zehn, gesondert markierte, Startkarten aus, und sechs davon kommen auf die markierten Stellen auf dem Spielplan mit jeweils vier zufällig gezogenen verschiedenfarbigen Bauteilen darauf. Die restlichen kommen oben auf den Kartenstapel und ebenfalls an ihre markierte Stelle.

Zu guter Letzt bekommt jeder Spieler noch seine Auftragsschriftrollen, ein paar weiße Steine und eine Pappkarte, auf der er seine Türme errichtet. Dann geht es los.

Spielablauf:

Das fertig aufgebaute Spielfeld. Bunt und knallig. :)

Das fertig aufgebaute Spielfeld. Bunt und knallig. 🙂

Zu Beginn eines jeden Zuges wählen die Spieler eine der Karten vom Spielfeld, die sie an sich nehmen. Die vorderste ist kostenfrei, aber jede nachfolgende kostet Steine, die wir auf die jeweils davor liegenden Karten verteilen. Sofort danach ziehen wir eine neue Karte vom Stapel, legen sie hinten an (der Rest rückt nach vorne auf) und sammeln vier neue Steine aus dem Sack.

Dann kann man entscheiden, was man tun will.

Ich beginne mit rot und grün. Weiß hebe ich mir für den Kartenkauf auf.

Ich beginne mit rot und grün. Weiß hebe ich mir für den Kartenkauf auf.

Man kann Türme bauen, eigene Karten spielen,Türme abreißen und Aufträge erfüllen. Hierbei kann man auch alles erledigen, man ist nicht auf eine einzige Aktion beschränkt. Wenn man erstmal einen Turm angefangen hat, muss man ihn jede Runde fortsetzen oder ihn abreißen, wenn man nicht mehr bauen kann, weil einem die entsprechende Farbe fehlt.

Wenn man einen Auftrag erfüllt, gilt ein Turm ebenfalls als beendet und die Steine kommen in den Sack zurück. Im Gegensatz zum Abreißen gibt es hierfür Punkte.

Sobald ein Spieler seinen letzten Auftrag ausgegeben hat, endet das Spiel (jeder andere Spieler ist dann noch ein einziges Mal dran) und es werden Bonuspunkte zu der konstant am Rand mitlaufenden Punktezählung hinzugerechnet (das schöne Prinzip kennen wir bereits aus Zug um Zug).

Was zu Beginn kompliziert wirken kann spielt sich tatsächlich ausgesprochen flüssig und einfach.

Spielbericht:

Mein Gegenspieler hat einen Balkon erreicht.

Mein Gegenspieler hat einen Balkon erreicht.

Nachdem wir das Spielfeld bereits beim Lesen der Regeln aufgebaut hatten, haben wir nicht mehr viel zu tun gehabt. Wir haben einfach losgelegt. Aus irgendeinem sinnlosen Grund dürfte ich anfangen und habe das dann auch getan.

Da einiges an lila Steinen verfügbar war und Lila die meisten Punkte gibt, habe ich von Beginn an eine aggressive „Lila-Strategie“ gefahren. Wann immer möglich, habe ich sie mir genommen. Mein Gegenspieler fuhr eine Balkonstrategie, womit wir uns zu Beginn nicht großartig ins Gehege kamen.

Da ich mit Lila aber noch etwas Zeit hatte, habe ich zu Beginn auf rot und grün gesetzt, um wenigstens den zweiten Balkon für mich erobern zu können. Das hat auch funktioniert – es sollte jedoch der einzige Balkon bleiben, den ich im Spiel bekommen würde. Die Balkonstrategie meines Gegenspielers hat sich hier ausgezahlt.

Als mein lila Turm endlich anfing Formen anzunehmen, hat er eine Karte gespielt, um mir einen Stein von einem meiner Türme abzunehmen und zurück in den Beutel zu schmeißen. Vergolten habe ich ihm das, indem ich ihm einen Stein (der natürlich lila war) aus seinem Lager „geklaut“ und in meines gelegt habe. Ich fand das nur fair. 😉

Das Spiel ist vorangeschritten... und wir mussten für ein paar Stunden unterbrechen.

Das Spiel ist vorangeschritten… und wir mussten für ein paar Stunden unterbrechen.

Türme stiegen auf, Türme fielen in sich zusammen und irgendwann vergaß ich, einen meiner Türme für beendet zu erklären als ich meinen letzten Stein in der Farbe darauf legte – und natürlich konnte ich in der Runde darauf auch keinen Stein in dieser Farbe vom Brett nehmen, weil andere wichtiger waren. Zur Strafe musste ich meinen Turm abbauen und mir die dummen Sprüche und das Lachen meines Gegenspielers anhören – beides vollkommen gerechtfertigt.

Als das Spiel sich dem Ende näherte befürchtete ich bereits, dass mein Gegenspieler mich besiegen könnte, da er anfing die Balkone mit den hohen Punkten für sich zu erobern. Aber das Glück blieb mir hold und es tauchten wieder viele lila Steine auf dem Spielplan auf. Getrieben von meiner Werkstatt, die mir bereits seit mehreren Runden einen Bauvorteil gewährte und purem Siegeswillen setzte ich alles auf eine Karte: Ich baute lila bis zur achten (und höchsten) Stufe auf – mehr lila Steine sind nicht im Spiel – und schleuderte dann schnell meine letzten Aufträge auf niedrigen Ebenen raus, um das Spiel zu beenden.

Am Ende wurde es entsprechend knapp. Ich siegte – aber mit nur einem einzigen Punkt Vorsprung.

Wertung: 5/5 Phallus Symbolen.

Frisch gestärkt kamen wir zurück: Und ich gewann das Spiel - mit nur einem einzigen Punkt Vorsprung

Frisch gestärkt kamen wir zurück: Und ich gewann das Spiel – mit nur einem einzigen Punkt Vorsprung


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