Spiele: Pandemie


Falls ihr es nicht bereits vermutet habt: So sieht die Verpackung aus ;)

Falls ihr es nicht bereits vermutet habt: So sieht die Verpackung aus 😉

Irgendwie habe ich derzeit einen Hang zu Teamspielen. Aber keine Sorge, das wird das vorerst letzte sein, demnächst wird wieder gekratzt, gebissen und sich gegenseitig in die Schuhe gepinkelt. (Okay, Letzteres nur, wenn die Toilette verstopft ist. ^^)

Ich denke, die wenigsten von uns wissen, wie sie sterben wollen (am liebsten wohl gar nicht), aber sterben an einer Pandemie ist sicher ganz weit hinten auf allen Listen. Darum spielen wir heute, wie könnte es anders sein: Pandemie.

Zur Story:

Die drei Plastiktüten für die Spielsteine und die Karten kommen mit dem Spiel - ich werde vermutlich trotzdem die Idee eines Freundes aufgreifen und sie bei Gelegenheit gegen Reagenzgläser und Petrischalen austauschen.

Die drei Plastiktüten für die Spielsteine und die Karten kommen mit dem Spiel – ich werde vermutlich trotzdem die Idee eines Freundes aufgreifen und sie bei Gelegenheit gegen Reagenzgläser und Petrischalen austauschen.

Wir sind ein Virus, wir müssen die Welt vernichten. Sie von der Plage der Menschheit zu befreien ist unser Ziel. Wir müssen… oh, falsches Spiel.

Wir sind eine Bande von gelangweilten Wissenschaftlern, die abends bei einer Runde Scotch zusammensaßen und sich dachten: „Lasst uns die Welt retten.“ Gesagt, getan.

Ziel des Spiels:

Die Startverteilung der Infektionen. Lediglich das Forschungszentrum auf Atlanta ist fest vorgegeben.

Die Startverteilung der Infektionen. Lediglich das Forschungszentrum auf Atlanta ist fest vorgegeben. Und seht ihr die vier gelben Karten bei meinem Mitspieler? Besser hätte der Spielanfang nicht laufen können.

Überall auf der Welt sind Krankheitsherde ausgebrochen (ich will gar nicht verheimlichen, dass wir sie womöglich selbst ausgelöst haben, um unseren wunderschönen Plan in die Tat umzusetzen) und wir müssen sie auslöschen.

Spielaufbau:

Das Spielfeld wird in der Mitte ausgebreitet und alle Karten gemischt (die Epidemiekarten bleiben vorerst noch außen vor). Dann werden Infektionskarten gezogen, um die Startinfektionen auf dem Spielfeld zu verteilen. Drei mal je drei, drei mal je zwei und ein mal je eine Infektion.

Dann werden die Rollenkarten zufällig verteilt und jeder Spieler bekommt 2 – 4 Spielerkarten, abhängig von der Anzahl der Spieler.

Zu guter Letzt werden die Spielerkarten noch in mehrere gleich große Stapel geteilt. Hierbei kann zwischen vier und sechs variiert werden, um den Schwierigkeitsgrad zu bestimmen. Das geschieht, indem unter diese Stapel jeweils eine Epidemiekarte gemischt wird und die Stapel danach aufeinander gepackt, aber nicht nochmal miteinander vermischt, werden.

Und schon kann es losgehen.

Spielablauf:

Und schon liegen die Karten bei mir und ich kann das Gegenmittel erforschen. Der Kombination von Forscher und Wissenschaftler sei Dank.

Und schon liegen die Karten bei mir und ich kann das Gegenmittel erforschen. Der Kombination von Forscher und Wissenschaftler sei Dank.

Jeder Spieler hat pro Runde vier Aktionen. Dabei kann man sich entweder bewegen, Karten untereinander tauschen, wenn man sich in der gleichen Stadt befindet und die Karte dieser Stadt miteinander tauscht, Gegenmittel erforschen, Forschungsstationen bauen oder Infektionen heilen.

Was auf den ersten Blick etwas kompliziert wirkt, ist tatsächlich relativ einfach und spielt sich sehr flüssig. Die gut aufgebaute Anleitung mit illustrierenden Beispielen möchte ich besonders hervorheben.

Gegenmittel kann man nur in Forschungsstationen entwickeln und wenn das einmal geschehen ist, heilen sich die jeweiligen Krankheiten besonders leicht. Hat man eine Krankheit komplett von der Karte getilgt und das Gegenmittel erforscht, kann die jeweilige Krankheit nie wieder ausbrechen, was einem etwas Luft gibt, weil nichts passiert, wenn die jeweiligen Infektionskarten gezogen werden.

Die erste Epidemiekarte traf uns früh - und Atlanta wurde als Hauptepidemiepunkt gezogen.

Die erste Epidemiekarte traf uns früh – und Atlanta wurde als Hauptepidemiepunkt gezogen.

Und damit sind wir auch schon beim Abschluss eines Zuges angekommen. Zum Schluss zieht der Spieler zwei Spielerkarten und nimmt sie auf die Hand (die Hand kann auch ruhig offen gespielt werden, wenn man sie verdeckt spielt, kann man den Schwierigkeitsgrad jedoch erhöhen), wenn sich unter diesen zwei Karten eine Epidemiekarte befindet, bricht eben diese aus.

Hierbei werden auf einer Stadt drei Infektionen verteilt und der Infektionsmarker um eins nach oben verschoben. Zu guter Letzt zieht man noch die Zahl an Infektionskarten, die der Infektionsmarker anzeigt (auch wenn keine Epidemie gespielt wurde).

Zusätzlich befinden sich im Spielerkartenstapel auch noch Ereigniskarten, die besondere Fähigkeiten bieten und jederzeit gespielt werden können – sie verbrauchen dabei keine Aktionspunkte.

Wie gesagt, es klingt komplizierter als es ist. Dennoch bietet das Spiel einiges an taktischer Tiefe, es ist definitiv nichts für Anfänger, da es selbst auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe haarig werden kann, vor allem wenn man zu viert spielt.

Spielbericht:

Die gelbe Krankheit ist vollständig von der Spielfläche getilgt worden.

Die gelbe Krankheit ist vollständig von der Spielfläche getilgt worden.

Das Spiel fing gut an: Beim zufälligen Ziehen der Rollen haben wir Forscher und Wissenschaftler bekommen – eine perfekte Kombination, wenn man nur zu zweit spielt, da einer auf jedem Feld Karten übergeben kann, statt nur in den jeweiligen Städten und der Andere nur vier gleichfarbige Spielerkarten benötigt, um ein Gegenmittel zu entwickeln. Beim Verteilen der Spielerkarten wurde es sogar noch besser, wir bekamen beide zu Beginn vier Karten und mein Mitspieler zog gleich vier gelbe, ich eine.

Unsere erste Runde war damit besiegelt: Er würde mir drei seiner gelben Karten übergeben und ich würde dann sofort das Gegenmittel erforschen. Gelb war also im Grunde sofort geheilt.

Beim Verteilen der Startinfektionen wurden zwar ein paar gelbe Infektionen gezogen, aber die konnten wir, nachdem das Gegenmittel ja sofort verfügbar war, sehr schnell beseitigen und Gelb damit heilen. Dennoch konnten wir nicht verhindern, dass die erste Epidemiekarte uns gleich zwei Ausbrüche im gelben Sektor bescherte, weil sie eine kleine Kettenreaktion auslöste. Wir haben die Epidemiekarte daraufhin böse angesehen und sie ohne Essen ins Bett geschickt.

Auch die blaue Infektion ist geheilt, wie ihr an dem blauen Fläschchen links außen sehen könnt.

Auch die blaue Infektion ist geheilt, wie ihr an dem blauen Fläschchen links außen sehen könnt.

Aber, heldenmutige Wissenschaftler, die wir nunmal sind, ließen wir uns davon nicht weiter beeindrucken und verließen uns ganz auf unser Glück (wer entdeckt den Widerspruch? ;)) und zogen in Rekordzeit die blauen Karten, die wir für das zweite Gegenmittel benötigten. Sofort sammelten wir uns also wieder, ich bekam die Karten und ging zurück nach Atlanta, um Gegenmittel Nummer 2 zu entwickeln.

Eine zweite Epidemie versuchte dann, uns das Leben weiter zu vermiesen, konnte aber diesmal nur einen einzigen Ausbruch auslösen, da wir das Ereignis zur Hand hatten, um die zweite Karte mit drei Infektionen aus dem Deck zu entfernen. Wir fühlten uns also sicher – zurecht, wie sich herausstellte.

Denn auch die roten Karten ließen nicht lange auf sich warten, diesmal forschte jedoch nicht ich, was allerdings kein Problem darstellte. Zum Abschluss wurden mir dann noch zwei schwarze Karten übergeben und ich konnte die letzte Krankheit heilen (siehe meine kleine Fotoreihe am Ende des Artikels ;)).

Ich kann nicht sagen, ob es ausschließlich unser Kartenglück, die Kombination der Rollenkarten oder unser unglaubliches Talent (^^) war, aber ich habe den Eindruck bekommen, dass Pandemie mit nur zwei Spielern deutlich einfacher ist als mit vier – bei vier Spielern gingen die Spiele bisher länger, waren deutlich knapper zu gewinnen oder gingen sogar verloren. Ich werde das wohl mit vielen weiteren Runden Pandemie austesten müssen – ich Armer… 😉

Wertung: 6/5 (ja, das geht ^^) ungewaschene Reagenzgläser

Rot wurde mittlerweile auch geheilt.

Rot wurde mittlerweile auch geheilt.

Und nun halte ich die letzten Karten in der Hand, um das Spiel zu gewinnen.

Und nun halte ich die letzten Karten in der Hand, um das Spiel zu gewinnen.

Ja, der Gesichtsausdruck ist normal bei mir. ^^

Ja, der Gesichtsausdruck ist normal bei mir. ^^


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.