Autorentipps: Ein Cover entsteht 4


Das Cover für den nächsten Schattengalaxis-Roman schreitet voran. Zeit, einen kleinen Einblick in die Entstehung des Covers zu bieten.

Die Geschichte des Covers für Alte Feinde 1: Trügerischer Frieden begann bereits Anfang diesen Jahres, als ich Deviantart abgeklappert habe, um jemanden zu finden, der mir Pawet’opa und damit die Ix zeichnet.

Pawet'opaIch habe mehrere Leute angeschrieben, deren Stil mir gefiel, aber nur einer hat geantwortet. Persönlich hat mich das etwas überrascht, da ich bereits bei dem Anschreiben ein komplettes Romancover in Aussicht gestellt habe, wenn mir die Arbeit zusagt, aber naja. Die Antwort kam von Justen „Luneder“ Moore, der interessiert war. Ich habe also eine Line Art in Auftrag gegeben und war vom Ergebnis mehr als überzeugt. Es war Pawet’opa, wie ich sie mir vorgestellt habe. Da sein Stil insgesamt etwas bunt ist, habe ich von Beginn an gefragt, ob er es etwas „dunkler“ hinbekommt. Das hat er bejaht.

Der Zeichner für das neue Cover stand also fest.

Im Juli war ich dann so weit, dass ich genau wusste, was ich mir vorstelle und habe mich erneut bei Justen gemeldet, um unsere Termine abzustimmen, bevor Mitte August der Startschuss für die Arbeit fiel und ich eine erste Vorauswahl, basierend auf meinen Angaben zum Cover, bekam.

Hier kurz, welche Angaben ich gemacht habe:

  • Pixelbreite und Höhe. Welches Buchformat ich wählen würde stand für mich bereits fest. Ich wusste also, wie breit und hoch das Frontcover sein würde. Was ich nicht wusste war, wie dick der Buchrücken sein würde, da die finale Seitenzahl erst nach Abschluss von Lektorat und Buchsatz feststeht. Hier empfiehlt es sich also, nach links ein gewisses Polster zu bestellen, damit das Buch auch ruhig dicker werden kann. Was am Ende über ist, wird halt abgeschnitten.
  • Gewünschter Hintergrund. Ein Hangar auf einer Raumstation.
  • Gewünschte Actionszene. Die von ihm bereits gezeichnete Ix im Kampf mit einer menschlichen Frau, die Energielanze soll zerbrochen und von der Frau umgriffen sein.

Darauf basierend kam dann dieses Bild:

Links: grobe Skizzen für den Hintergrund. Rechts: grobe Skizzen für die Actionszene

Links: grobe Skizzen für den Hintergrund. Rechts: grobe Skizzen für die Actionszene

Meine Entscheidung fiel auf den untersten Hintergrund und die oberste Actionszene.

Warum? Hintergrund 1 hat „zu viel“. Die Aufmerksamkeit würde voll auf ihm lasten und von der eigentlichen Szene, nämlich dem Kampf, ablenken. Hintergrund 2 hat ein ähnliches Problem. Insgesamt passte der dritte also am besten in mein Konzept. Theoretisch hätte ich an dieser Stelle auch einen komplett anderen Hintergrund anfordern können, aber ich war zufrieden.

Ein guter Start, doch ein paar kleinere Anpassungen braucht es dennoch.

Ein guter Start, doch ein paar kleinere Anpassungen braucht es dennoch.

Da die Station nicht im Top-Zustand sein sollte, wollte ich noch ein paar lockere Wandpaneele haben und über der Tür gerne einen sechsseitigen Würfel. Ein kleinere Detailfragen blieben noch in der Farbgebung, aber die können erst gelöst werden, wenn die Actionszene existiert und in Farbe gesetzt ist, um hier mögliche Unstimmigkeiten zu beseitigen.

 

Änderungen gut. Doch etwas dunkel.

Das gefiel mir jetzt richtig gut. Doch ein paar Details fehlen noch immer.

Meine Wünsche umgesetzt, allerdings mit einer leichten Verdunkelung. Gefällt mir theoretisch sogar etwas besser, praktisch neigt der Buchdruck jedoch dazu, dass das Cover für das Taschenbuch etwas dunkler ausfällt als auf dem Monitor. Das könnte hier also problematisch werden.

 

Die Action ist da!

Nun kam die Actionszene dazu.

Wer genau hinsieht stellt fest: Das Cover ist wieder etwas heller und es sind noch ein paar ausgefallene Lichter hinzugekommen – ein Vorschlag, der von Justen kam. Die Actionszene gestaltet sich bereits sehr schön, ich habe aber natürlich trotzdem noch Anmerkungen gehabt.

Auf dem Gesicht der Frau hätte ich gerne Schweiß gehabt, um die Anstrengungen des Kampfes deutlicher zu machen und das rechte Vorderbein der Ix kommt etwas ungünstig aus ihrem Körper heraus. Einer der Kommentare den ich bekam war, dass es aussähe wie ein Penis.

So direkt hat Justen es zwar nicht formuliert, aber er hatte die gleichen Bedenken und wollte so oder so nochmal etwas an der Beinstellung arbeiten. Schweiß war ebenfalls geplant und noch ein paar Kleinigkeiten. Hier bewegen wir uns also in die gleiche Denkrichtung, was mir sehr gut gefällt.

Wie ihr auch herauslesen könnt: Ich beurteile die Cover nicht selbst. Ich habe mir immer mindestens eine weitere Meinung eingeholt, bevor ich eine Antwort mit meinen Änderungswünschen verfasst habe und mir etwas Zeit gelassen, um die Zeichnungen auf mich wirken zu lassen. Mein Rat lautet daher: Lasst mindestens eine weitere Person einen Blick auf jeden Arbeitsschritt werfen und lasst euch Zeit, um die Details und das Gesamtbild in euch aufzunehmen, bevor ihr Änderungswünsche äußert. Nur so kommt ihr zu einem wirklich großartigen Buchcover.

Sich zu hetzen hat noch niemandem geholfen.

Das stellt nun den aktuellen Stand dar und den Punkt, über den hinaus ich hier derzeit noch nichts zeigen will. Wenn das finale Cover steht, werde ich die letzten Zwischenschritte aber auch noch präsentieren.

Insgesamt gestaltet sich die Zusammenarbeit gut und ich kann anderen Autoren nur empfehlen, ihre Wünsche gegenüber ihren Coverzeichnern klar zu äußern. Ein kreatives hin und her ist für beide Seiten förderlich und führt zu besseren Ergebnissen und mehr Zufriedenheit.

Dieser Beitrag ist Teil meines Autorenratgebers Wie Veröffentliche Ich Richtig?: Selfpublishing-Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene. Wenn er euch gefallen hat und die Informationen für euch hilfreich waren, bedankt euch doch bei mir, indem ihr das E-Book kauft.


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