Spiele: Betrayal at House on the Hill 2


Letzte Woche stellte ich voller Überraschung fest, dass Betrayal at House on the Hill eine Erweiterung bekommen hatte. Sogar schon im Oktober — und niemand hat mir etwas gesagt, Schande über sie alle. 😉

Das hat mich dann aber immerhin dazu gebracht, jetzt endlich mal eine Rezension zu dem Horrospiel zu schreiben. Die Erweiterung folgt dann in 14 Tagen.

Verräter in den eigenen Reihen

Vorne weg muss man an dieser Stelle wohl erwähnen, dass Betrayal at House on the Hill ausschließlich auf Englisch existiert und durch seinen Aufbau auch textlastig ist. Wer die Sprache also überhaupt nicht oder nur sehr grundlegend kann, wird mit dem Spiel seine Probleme haben.

Das Spielprinzip selbst ist relativ simpel: Eine Gruppe von wahnsinnigen erkundet ein uraltes Spukhaus auf einem Hügel (und ja, um das zu tun muss man wahnsinnig sein, da spukt es schließlich). Zu Beginn spielen alle gemeinsam und dringen immer weiter in das Haus vor, das aus Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss besteht. Man startet im Foyer und kann von Beginn an damit das Erdgeschoss und über die Treppe das Obergeschoss erkunden. Wenn man irgendwann den Kohleschacht findet oder durch ein Loch im Boden fällt findet man auch den Keller.

Dabei kann man anfangs nur das Foyer und die Treppe sehen und wenn man durch eine Tür geht, zieht man so lange immer die oberste Karte vom Nachziehstapel, bis man eine gefunden hat, die auf das aktuelle Stockwerk anwendbar ist. Was man nicht nutzen konnte kommt beiseite und wird später einfach wieder durchgemischt, wenn der Stapel aufgebraucht ist. Wann immer man einen neuen Raum betritt, kann man entweder eine Karte von den drei Kartentypen (Items, Events und Omen) ziehen oder andere Dinge tun. Manche Räume verbessern einmalig ein Attribut (da muss man sich merken, welcher Charakter sich das in den jeweiligen Räumen schon geholt hat und nicht mehr darf) oder erlauben Vorteile im Kampf. Wenn man eine Karte zieht, kann man dabei alle möglichen nützlichen und seltsamen Items finden, es läuft plötzlich Blut von den Wänden oder ein Hund schließt sich einem an (ja, den Hund gibt es wirklich).

Die Figuren sind schön gestaltet und passend zum Setting.
Bildquelle: Avalon Hill

Wann immer man eine Omen Karte ziehen muss, würfelt man gleichzeitig für den Spuk, der dieses Spiel eintritt. Wenn man dabei den Wurf verliert, beginnt das eigentliche Spiel: Böse Dinge passieren und einer der Spieler wird zum Verräter, der seine bisherigen Begleiter töten, zu Werwölfen verwandeln oder gar die Welt untergehen lassen will — und ja, das kann auch das achtjährige Mädchen sein, das seinen Begleitern die Eingeweide rausreißen will (vermutlich, weil sie sie ständig so früh ins Bett schicken). Wichtig an dieser Stelle ist, dass man je nach Omen und Raum unterschiedliche Spuke auslöst. Insgesamt kommt das Spiel mit 50 verschiedenen Szenarios daher, die sich alle unterschiedlich spielen und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben.

Die Werwölfe fand ich beispielsweise extrem schwer, auch wenn das achtjährige Mädchen das ich gespielt habe, reihenweise Werwölfe vermöbelt hat. Das war wirklich lustig zu beobachten und hat viel Spaß gemacht, auch wenn die Werwölfe am Ende gewonnen haben. Schach gegen den Tod war dagegen deutlich einfacher, fast schon zu einfach. Wie gesagt, der Schwierigkeitsgrad schwankt zwischen den Szenarios beträchtlich, das stört aber nicht, denn es kommt eher auf die Gestaltung der Szenarios und die Abwechslung zwischen ihnen an. Die fünf die ich bislang gespielt habe haben mir tierischen Spaß gemacht, denn sie haben sich alle grundlegend unterschieden und waren gut aufgebaut.

Klammerige Probleme

Die Klammern an den Charakterkarten sind leider viel zu locker. Bildquelle: Avalon Hill

Die Charaktere haben dabei alle die gleichen Grundattribute (Stärke, Geschwindigkeit, Intelligenz und Verstand — den man auch verlieren kann), sinkt eines davon auf 0, ist man tot. Sie kommen in Form von 5 schönen Spielfiguren daher, die von ebenso vielen Charakterkarten begleitet werden, die beidseitig bedruckt sind und unterschiedliche Charaktere zeigen. Auf der einen Seite beispielsweise einen Professor und auf der anderen einen Pastor.

Seine Werte markiert man dabei mithilfe von kleinen Klammern, die auf den Rand der Charakterkarte gesteckt werden. Leider sind die jedoch nicht wirklich fest, wodurch sie gerne mal von alleine verrutschen. Dafür gibt es einen Punkt Abzug in der Endnote, denn die Charakterwerte sind absolut wichtig und dass sie nicht sicher markiert werden können ist ein nicht zu verachtendes Problem.

Das restliche Spielmaterial ist aber tatsächlich sehr schön gestaltet und einfach verständlich. Für den Spuk selbst hat man dann auch noch zwei extra Bücher. Eines für den Verräter, eines für die Anderen. Beide Bücher enthalten die jeweilige Story, Spielziele und Sonderfähigkeiten für die verschiedenen Seiten. Vorne drauf steht dabei jeweils: „DO NOT READ!“ Wenn man sich nicht spoilern lassen will sollte man sich auch tunlichst daran halten, auch damit man am Ende nicht weiß, was die Gegenseite als Ziel hat und damit über mehr Wissen verfügt, als man sollte. Zum Verräter wird dabei übrigens nicht immer derjenige, der den Spuk aufgedeckt hat, sondern oft auch derjenige, der einen bestimmten Charakterwert hat (beispielsweise die höchste Intelligenz).

Wertung

4 von 5 blutrünstigen kleinen Mädchen (es wären volle 5, wenn die oben erwähnten Klammern bessern wären)

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Disclaimer: Leider bin ich nicht dazu gekommen, selbst Fotos vom Spielverlauf zu schießen. Daher diesmal mit Bildern von Avalon Hill.


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2 Gedanken zu “Spiele: Betrayal at House on the Hill