Spiele: Tsukuyumi (Beta)


Hiermit melden ich und meine Spielerezensionen uns zurück aus der Sommerpause. Draußen ist es kalt, es ist ständig bewölkt … ja, der Sommer ist vorbei. Umso mehr Ausreden hat man also, seine Zeit mit Brett- und Kartenspielen in der Wohnung zu verbringen.

In den Herbst starten wir auch gleich mit einem besonderen Schmankerl: Einem Vorabexemplar von Tsukuyumi – Full Moon Down. Felix Mertikat von King Racoon Games war so nett, mir ein Exemplar für zwei Wochen zukommen zu lassen, damit ich es ausgiebig testen kann (von ihm stammen auch sämtliche Zeichnungen in dieser Rezension). Das habe ich dann auch getan. Bedenkt bei Fotos und meinen Kommentaren an manchen Stellen also, dass das Spiel noch nicht fertig war/ist und noch einige Unklarheiten enthält. Positiv kann ich schonmal anmerken, dass viele (ich glaube sogar alle) Anregungen aufgenommen worden sind.

Mondlandung

Der Hintergrund des Spiels ist schnell erklärt: Der Mond hat sich der Erde langsam angenähert und ist am Ende krachend auf ihr gelandet. Er hat die Ozeane verkocht und die Menschheit fast vollständig ausgelöscht. Aber wer denkt, dass das schon alles ist, der liegt weit daneben, denn der Mond war die Behausung von Tsukuyumi, einem Drachen, dessen dämonischen Heerscharen der Oni nun über die Welt herfallen.

Aus der Asche der Zivilisation erheben sich fünf neue Mächte (mit Erweiterungen werden es acht, aber ich konnte nur die fünf aus dem Grundspiel testen), um die Dämonen zu besiegen und die Kontrolle über den Mond und die Erde an sich zu reißen. Cybersamurai, Boarlords, Kampfgruppe 03, Dark Seed und die Nomads.

Quelle: Felix Mertikat (Big Racoon Games)

Alle fünf Fraktionen spielen sich dabei tatsächlich sehr unterschiedlich, wirkten in unseren Testspielen aber gut ausbalanciert.

  • Die Cybersamurai setzen auf eine Künstliche Intelligenz, die sich im Laufe des Spiels immer weiter aufbaut und mehr Spezialfähigkeiten freischaltet.
  • Die Boarlords sind mutierte Wildschweine, die das Gelände für sich umgestalten (Terraformen) und deren Boarmother als wandelnde Brutmaschine an der Frontlinie funktioniert.
  • Die Kampfgruppe 03 trägt riesige Kampfanzüge und wirft so nebenbei mit Atombomben um sich (die Welt ist eh schon am Arsch, da kommt es darauf schließlich auch nicht mehr an).
  • Die Dark Seed sind eine insektenartige Spezies, die sich etwas wie die Zerg aus Starcraft spielt und überall ihre Eier hinterlässt.
  • Zu guter Letzt sind die Nomads dann noch die „normalste“ Fraktion. Bei ihnen handelt es sich um stinknormale Soldaten, die man mit Pistolen, Gewehren, Granaten und Panzerfäusten ausrüsten kann, um ihre Schlagkraft zu erhöhen.

Reduzierter Zufallsfaktor

Cybersamurai, Kampfgruppe 03 und die Nomads kämpfen um die Vorherrschaft

Während das Kampfsystem von ähnlichen Spielen oft auf Würfel setzt, setzt Tsukuyumi auf fixe Werte, die jedoch modifziert werden können, und Kampfkarten, mit denen man seinen Angriffstyp auswählt und von denen der Verteidiger dann einen Konter wählt. Das kann einfach nur die Erhöhung der eigenen Lebenspunkte sein, um weniger Verluste zu erleiden, ein Gegenangriff oder etwas ganz ausgefallenes, wie beispielsweise die eigenen Einheiten zur Hälfte zu opfern, Eier zu legen und sich zurückzuziehen.

Die Kampfkarten sind hierbei bei jeder Fraktion unterschiedlich und da jede Fraktion auch eigene Fraktionsboni hat, unterscheiden sie sich auch von ihrer Effektivität her jeweils abhängig davon, wen man angreift. Das gibt eine gewisse taktische Tiefe, dennoch sind die Entscheidungen meist eindeutig. Dadurch kann man sich im Fall der Fälle zwar etwas in taktischen Überlegungen verstricken und Spieler, die alles bis ins letzte Detail durchrechnen werden einem womöglich auf den Keks gehen, weil sie ewig brauchen. Wenn man allerdings mit einer relativ entspannten Gruppe spielt, geht das. Und übermäßig langsamen Spielern gibt man eine Schachuhr.

Persönlich finde ich das ganz angenehm, weil es den Glücksfaktor auf nahezu Null reduziert.

Dass er nicht ganz null ist liegt daran, dass man jede Runde andere Aktionskarten hat, aus denen man eine auswählt und benutzt. Dabei kann es schonmal vorkommen, dass keine so wirklich auf die aktuelle Situation passt, während die anderen Spieler für sich perfekte Karten haben. Im Regelfall geht das aber.

Full Chaos Down

Mehr Einheiten, mehr Chaos. Leider wird es immer mal wieder unübersichtlich.

Negativ fällt momentan noch auf, dass das Spiel recht chaotisch werden kann. Gerade, wenn man mit mehreren Fraktionen mit vielen Einheiten spielt, kann es auf dem Spielfeld recht voll und teils unübersichtlich werden. Das soll im Kickstarter jedoch aufgefangen werden, indem Extrahexe als Sammelfelder in Form eines Stretch Goals dazukommen, um so Übersichtlichkeit herzustellen. Das hatte ich als Lösung vorgeschlagen, wie sie für dieselbe Situation beispielsweise in Eclipse angewendet wird.

Das wird immer noch nicht lösen, dass die Zahlen auf den Figuren teilweise etwas klein sind und so das schnelle zusammenrechnen erschweren, aber auch hierfür werden sich noch Lösungen finden. Alles in allem hat Felix sich sehr aufgeschlossen allen geäußerten Kritikpunkten gegenüber gezeigt und die auch umgesetzt.

Die Beta kommt auch noch mit einem auf und umklappbaren Fraktionstablett, das die benötigten Informationen auf alle vier Seiten streut. Das bedeutet, dass man in seiner ersten Runde viel am Rumklappen ist, was stört. Das soll im fertigen Spiel aber besser werden, Lösungen sind ja nicht so schwer zu finden. Man könnte die Informationen beispielsweise einfach auf getrennte Pappkarten umlagern.

Alles in allem spielt sich das Spiel dennoch flüssig, sobald man einmal reingekommen ist, was ein bis zwei Spielrunden dauert. Spätestens im zweiten Spiel ist man also in der Lage von Beginn an schneller zu spielen. Ich habe das Spiel in verschiedenen Konstellationen und zum Teil mit Mitspielerwiederholung gespielt, das ist also keine Schätzung, sondern ein Erfahrungswert — und für ein komplexes Spiel geht das vollkommen in Ordnung.

Free for All & Szenarios

Standardmäßig spielt man das Spiel in einem Free for All Modus, der von 3 – 5 Spielern reicht. Es kommen aber auch Szenarios dazu, die einen anderen Spielaufbau voraussetzen, Sonderregeln haben und auch ein Spiel zu zweit ermöglichen.

Ich bin nicht dazu gekommen, die Szenarios zu testen, aber den Free for All Modus haben wir ausgiebig getestet. Das hole ich dann nach, wenn das Spiel im Handel ist und ich die fertige Version in den Händen halte.

Wertungstendenz

Derzeit gebe ich dem Spiel eine klare Tendenz zu 4 von 5 dämonischen Drachensklaven. Je nachdem, wie sich die Szenarios spielen und ob der Chaosfaktor wirklich noch etwas reduziert wird, sind sogar volle 5 drin, das wird sich aber zeigen müssen.


Schattengalaxis – Neue Welten

Im Jahr 2122 startete das riesige Kolonieschiff Neue Welten in die Tiefen des Alls, um mit einer 7.000 Mann starken, zur Hälfte aus Soldaten und Zivilisten bestehenden Besatzung, mit der Besiedlung neuer Welten zu beginnen, doch es kam anders als gedacht.
Nach knapp einem Jahr im Hyperraum entdeckt Dr. Annabelle Armnaissance, dass sich jemand an den Systemen des Schiffes zu schaffen gemacht hat. Jeder an Bord könnte der Verräter sein und sie weiß nicht, wem sie vertrauen kann.
Das Gelingen ihrer Mission steht auf Messers Schneide …

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153 Jahre später, gestrandet in einem Teil der Galaxis, der von Aliens beherrscht wird und in dem Menschen als minderwertige Außenseiter behandelt werden, nutzt die Crew der Erowans Rache die hochentwickelte kybernetische Technologie der Menschen dazu, um fremde Welten und Technologie längst vergessener und ausgestorbener Aliens zu entdecken.
Die Erkundung eines uralten Bauwerks auf XDV3Z1-7 stellt sich dabei als schwieriger und lebensgefährlicher heraus, als Brian Malcah und sein Team je gedacht hätten …

 

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