Spiele: Norderwind


Die See rauschte um sie herum und Gischt sprühte auf das Deck, während der Matrose die neue Backbordkanone befestigte. Wenn sie wieder Piraten begegnen würden, dann wären sie diesmal gewappnet. Das letzte Mal hatten sie ihre Waren über Bord werfen müssen, um die Freibeuter abzuschütteln. Das würde ihnen nicht noch einmal passieren.

Sollen sie kommen, sie werden ihr blaues Wunder erleben.

Willkommen in der Welt von Norderwind.

Schnell erklärt, entspannt und mit Memory-Anleihen

Oben wird die Route befahren. Unten sind die Piratenwürfel und der Würfel für die eigenen Kanonen zu sehen.

Norderwind ist schnell erklärt: Drei Küstenstädte müssen nach mehreren Piratenüberfällen mit Waren versorgt und wieder aufgebaut werden. Also fahrt ihr mit eurem Schiff verschiedene Routen ab, um Ressourcen zu sammeln und sie an die Städte zu liefern. Dass die Piraten dabei natürlich nicht tatenlos zusehen, sondern auch etwas vom Kuchen abhaben wollen, erklärt sich von selbst.

Neben dem Kaufen und Verkaufen von Ressourcen steht also auch die Aufrüstung eures Schiffes auf der Tagesordnung, um schneller zu werden, eure Besatzung zu vergrößern und mehr Kanonen mit euch zu führen.

Sämtliche dieser Dinge sind innerhalb von fünf Minuten erklärt und das Spiel spielt sich dann flüssig. Tatsächlich ist das Spiel sogar erstmal so simpel, dass man es spielen kann, während man andere Dinge macht und überhaupt nicht aufpasst. Das heißt aber nicht, dass Aufmerksamkeit nicht hilft.

Das Fahren der Routen funktioniert so, dass man zu Spielbeginn die Aktionsplättchen mischt, auf drei gleich große Stapel verteilt und diese dann unter die Küstenstädte packt. Aus diesen Stapeln, die nach jedem Spieler wieder in sich gemischt werden (aber nicht mehr untereinander) ergeben sich dann die Routen, die man abfährt. Wenn man aufmerksam ist, weiß man also, unter welchem Stapel sich welche Ressourcen verstecken, wo es mehr Piraten gibt und wo man gesunkene Wracks bergen kann. Der nächstbeste Vergleich ist hier wohl Memory, weswegen ich fest davon ausgehe, dass 10 Jährige Kinder die Erwachsenen bei dem Spiel vorführen werden.

Das Schiff als Rollenspielcharakter

Die Schiffe sind schön gestaltet und das Material stabil.

Okay, das mag etwas übertrieben sein, aber das Spiel besitzt mit dem Schiff (übrigens wunderschön aus Pappe gestaltet) ein Rollenspielelement. Während des Spiels könnt ihr euer Schiff verbessern, indem ihr ein besseres Segel einbaut (und damit mehr Plättchen pro Runde umdrehen könnt), Matrosen auf verschiedene Schiffspositionen verteilt (es gibt 5 Positionen, aber nur 4 Matrosen, wählt also weise) und weitere Kanonen einbaut.

Je nachdem welche Routen man fährt, muss man hier unterschiedlich planen. Findet man eine wichtige Ressource nur auf der Route, auf der auch viele Piraten sind? Dann vielleicht die Kanonen zuerst. Oder liegt sie doch zwischen allerlei Wracks versteckt? Dann vielleicht schnellere Segel oder den Ausguck, um die oberste Karte angucken und weglegen zu können … Hier muss man sich entscheiden und sich der Situation und den persönlichen Zielen anpassen, daher kommt auch der, wenn auch geringe, Rollenspielanteil.

Gegeneinander werten

Die Punktwertung unterscheidet sich etwas von dem, was man normalerweise sieht. Dennoch würde ich das Spiel als European Style bezeichnen.

Statt das man Punkte für erfüllte  Warenlieferungen kriegt, stellt man eines seiner zehn Steinchen darauf und die Lieferung ist damit erledigt. Kein anderer Spieler kann sie mehr erfüllen und die nächste ist an der Reihe. Dabei hat jeder Hafen eine eigene Reihe von Aufträgen, die in der jeweiligen Reihenfolge erledigt werden müssen. Zusätzlich darf man sich einen Stein aufs Wertungsbrett legen, wenn man die meisten Steine in einem Hafen hat. Es kann also schnell ein Wettlauf um einen Hafen entstehen oder man arbeitet jeder an unterschiedlichen Häfen (zumindest im Spiel zu dritt kommt da durchaus vor, wenn auch selten).

Kleiner Tipp zur Lagerung: Die Schiffe aufgebaut lassen und alles, was man zu Spielbeginn für den jeweiligen Spieler braucht in sein Schiff legen. Das spart Platz in der Packung und man kann direkt loslegen, ohne erst noch großartig sortieren zu müssen.

Wertung:

3,5 von 5 krachenden Schiffskanonen


Schattengalaxis – Neue Welten

Im Jahr 2122 startete das riesige Kolonieschiff Neue Welten in die Tiefen des Alls, um mit einer 7.000 Mann starken, zur Hälfte aus Soldaten und Zivilisten bestehenden Besatzung, mit der Besiedlung neuer Welten zu beginnen, doch es kam anders als gedacht.
Nach knapp einem Jahr im Hyperraum entdeckt Dr. Annabelle Armnaissance, dass sich jemand an den Systemen des Schiffes zu schaffen gemacht hat. Jeder an Bord könnte der Verräter sein und sie weiß nicht, wem sie vertrauen kann.
Das Gelingen ihrer Mission steht auf Messers Schneide …

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153 Jahre später, gestrandet in einem Teil der Galaxis, der von Aliens beherrscht wird und in dem Menschen als minderwertige Außenseiter behandelt werden, nutzt die Crew der Erowans Rache die hochentwickelte kybernetische Technologie der Menschen dazu, um fremde Welten und Technologie längst vergessener und ausgestorbener Aliens zu entdecken.
Die Erkundung eines uralten Bauwerks auf XDV3Z1-7 stellt sich dabei als schwieriger und lebensgefährlicher heraus, als Brian Malcah und sein Team je gedacht hätten …

 

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