„Merkel muss sterben“ in Ordnung, „Scheiße“ nicht – Eine Facebookposse 4


Vor ein paar Tagen habe ich unter dem Pseudonym E.S. Ensmarken ein Buch in den Handel gebracht, dessen Titel eigentlich alles sagt, was man über dieses Buch wissen muss Das EXTRA große Buch der Scheiße!.

Der Inhalt orientiert sich dann auch am Namen, er besteht aus mehreren tausend Mal dem Wort Scheiße bzw. Kackscheiße und zwischendurch immer mal wieder ein paar Sätzen, die so etwas ähnliches wie eine Story voranbringen. Die ist auch schnell erkärt:

Mein Held/meine Heldin (das Geschlecht wechselt abwechselnd in den „Story“-Einschüben hin und her) versucht eine Glühbirne zu wechseln, geht in den Keller, um eine neue zu holen, stürzt die Treppe runter und stirbt. Dazwischen wird einfach nur konstant geflucht.

Nach diesen zwei Kapiteln folgt dann ein Kapitel, das einfach nur danach fragt, was man denn für 99 Cent bitte erwartet hätte und dann ein Kapitel, das sich generell mit dem Thema des Wertes von Literatur befasst. Das Buch fällt also in den Bereich der Satire bzw. der Gesellschaftskritik. Gerade im satirischen Bereich darf man ja gerne mal etwas mehr aus den Vollen schöpfen.

Das ganze wäre alles in allem auch kaum der Rede wert, würde sich bei Facebook nicht gerade eine kleine Posse um das Werk entfalten. Ich versuche derzeit das Buch und die Seite von E.S. Ensmarken zu bewerben. Das wird mir jedoch nicht gestattet, weil das Buchcover das Wort „Scheiße“ enthält bzw. der Klappentext ebenfalls.

Mein erster Anlauf einer Werbung war für knapp eine halbe Stunde online, dann wurde die Werbung von Facebook gesperrt, weil der Beitrag „unangemessene/triviale Sprache“ enthalte. Facebook will mir also vorschreiben, wie ich mein Buch nennen darf bzw. wie der Klappentext auszusehen hat. Um das zu umgehen, habe ich daraufhin einfach mal nur das Cover beworben und bewusst darauf verzichtet, im Beitrag selbst das Wort „Scheiße“ zu benutzen (trivial war die Sprache immer noch, aber ich habe auf die Schnelle niemanden gefunden, der mir den Beitrag in Mittelhochdeutsch übersetzen konnte — ich suche aber immer noch, wer also Interesse hat, einfach bei mir melden). Auch das wurde nicht gestattet, die Werbeanzeige wurde sogar nicht mal kurzzeitig genehmigt, sondern direkt abgewiesen. Das Problem ist also eindeutig das Buchcover.

Mein nächster Gedanke war dann, ob ich mit Gewaltverherrlichung auch auf derartige Widerstände stoßen würde. Also habe ich auf die Schnelle ein neues Cover entworfen, verzichte nun auf den größten Teil des Klappentextes, beziehungsweise habe an einer Stelle des verbliebenen Textes das Wort „scheiße“ durch „schlecht“ ersetzt.

Um das ganze aber wirklich zum Exzess zu treiben und die Reaktion von Facebook zu beobachten, musste der Titel entsprechend heftig sein. Mit einem Blick auf die aktuelle politische Situation war der Titel natürlich schnell gefunden Hitler, der Retter der Menschheit und warum Angela Merkel sterben muss. Also schnell das alte Foto genommen, den Titel ausgetauscht et voilà, fertig war das neue Cover und der entsprechende Post. Aber würde Facebook die Werbeanzeige nun genehmigen?

Die Antwort ist genauso simpel, wie verstörend: Ja.

 

Wer jetzt mal einen Blick in das Machwerk werfen will: Hier geht es zum E-Book und Taschenbuch und hier zur Facebookseite von E.S. Ensmarken. Die Preise für die jeweiligen Ausgaben sind im Übrigen bewusst so gewählt.


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4 Gedanken zu “„Merkel muss sterben“ in Ordnung, „Scheiße“ nicht – Eine Facebookposse