Wenn es quakt wie eine Ente … 1


Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr.

Vor einigen Wochen veröffentlichte in meiner Umgebung ein Urlinker einen Text, der das Thema der Gewalt in Hamburg hatte. Der Text ging soweit, dass er am Ende sogar offen zur Gewalt und zum Terrorismus aufrief. Als er daraufhin zur Rede gestellt wurde, linkte er auf einen weiteren Text von einem anderen Autoren, der der Meinung war, dass diejenigen, der Autos in Hamburg gebrannt haben selbst Schuld seien. Sie besaßen ja schließlich Autos. Victim Blaming oberster Güte, aber plötzlich okay, weil es ja vermeintlich Linke waren, die hier zur Gewalt gegriffen haben. Dass die politisch Linke das Victim Blaming sonst glühend bekämpft … plötzlich vergessen und egal.

Der Ursprungsautor wollte seinen Text auch klar als Gewaltaufruf verstanden sehen, das hat er in einer Gesprächsrunde zu dem Thema dann auch bestätigt. Sich denn wenigstens davon abgrenzen, dass diejenigen deren Autos gebrannt haben nicht selbst schuld seien … das wollte er nicht. Er druckste rum und vermied es, die Frage zu beantworten. Dabei sprangen ihm sogar andere zur Seite, die normalerweise glühende Verfechter von Pazifismus sind und meinten, dass Gewalt in manchen Situationen dann ja doch irgendwie okay sei.

Es war für sie nicht vorstellbar, dass ein Linker einen Fehler gemacht oder über die Stränge geschlagen haben könnte. Wäre der ursprüngliche Text wortgleich von einem Rechten veröffentlicht worden, wären all diese Personen (auch der Verfasser des Textes) Sturm gelaufen.

Nach dem Rechtsterroristen in Charlottesville habe ich dann jetzt auch wieder längere Diskussionen geführt. Tenor der Gegenseite: Rechte seien Untermenschen und haben kein Anrecht auf Grund- oder gar Menschenrechte. Da konnte ich dann noch so sehr gegenhalten, dass diese Rechte eben doch für alle gelten, so verwerflich ihre Meinung und ihre Taten auch seien, für die Anderen war klar: Untermenschen. Gut, der Begriff wurde tunlichst vermieden, aber es wurde auch klar gesagt, dass man sich selbst für höherwertige Menschen halte (und ja, das ist ein Zitat).

Wer politische Ereignisse rund um die Rechten und Nazis in den letzten Jahren verfolgt hat, der weiß, dass besonders letztere gerne mal Fotos von Gegendemos machen und dann Portraits der Gegendemonstranten veröffentlichen. Die Implikation ist klar: Der da ist ein Untermensch, wenn ihr ihn seht, tut ihm etwas an.

Ein absolut verwerfliches Verhalten, gegen das sich gesellschaftlich viel zu wenig gewehrt wird.

Nach Charlottesville veröffentlichen nun linke Kreise Portraitaufnahmen der Nazis vom Fackelmarsch … und plötzlich finden die Linken solche Onlinepranger total dufte. Der Hinweis darauf, dass die Nazis das seit Jahren machen und es da doch verwerflich ist … geschenkt. Es ist ja schließlich die eigene Seite, die jetzt zu dieser Methode greift und damit sie gut. Wer was dagegen sagt, muss selbst ein Nazi sein.

Ich weiß ja nicht, aber ich finde es sehr bedenklich, wenn die Antifaschisten die Methoden der Faschisten übernehmen und kopieren. Das macht mir Angst, denn ich hätte gerne, dass es mehr antifaschistische Bestrebungen oder zumindest mehr offene Ablehnung in der Gesellschaft gibt. Wenn das Ergebnis dann aber ist, dass man selbst faschistische Methoden anwendet …

Das macht mir Angst, denn das heißt, dass langfristig niemand sicher ist. Wer zu solchen Methoden greift, wer offen zu Gewalt und Terror gegen absolut Unbeteiligte aufruft, den will ich nicht am Ende als Sieger aus dem Konflikt hervorgehen sehen. Ich will aber definitiv auch nicht, dass die Nazis aus diesem Gesellschaftlichen Konflikt am Ende siegreich hervorgehen.

Was auch immer dabei am Ende herauskommt, besser wird die Welt nicht sein.


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Wenn sie Glück haben …

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